Juli 2026
Grusswort der Präsidentin der Ius Alumni
Liebe Alumnae und Alumni
Was haben die Ius Alumni mit Taylor Swift gemeinsam? Nein, die Präsidentin hat trotz des heissen Büros, in dem sie diese Zeilen schreibt, keinen Sonnenstich. Aber der Reihe nach:
Vielleicht ging es Ihnen am Freitag nach Auffahrt wie mir: Ich ging den Tag etwas ruhiger an und prüfte nur kurz mein Email, um zu sehen, ob die Einladung für die Ius Alumni Stadtführung mit Prof. Dr. Andreas Thier auch wirklich verschickt wurde. Nachdem alles in Ordnung war, widmete ich mich wieder den Zeitungen. Die rechtshistorische Stadtführung war für die Ius Alumni in mehrfacher Hinsicht ein besonderer Anlass: Wir mussten die Teilnehmerzahl aus logistischen Gründen beschränken, weil wir nicht mit einer grossen Menschentraube unterwegs sein konnten. Gleichzeitig konnten wir – trotz der bekannten Fangemeinde für die rechtsgeschichtlichen Vorlesungen von Prof. Dr. Thier – schwer einschätzen, wie gross das Interesse bei unseren Mitgliedern sein würde. Als mir dann im Laufe des Vormittags, wenige Stunden nach dem Versand der Einladung, in den Sinn kam, dass ich mich ja auch noch anmelden sollte, hiess es auf der Webseite, die Veranstaltung sei ausgebucht. Offensichtlich ein technisches Problem, dachte ich mir und meldete es der Geschäftsstelle. Nun ist Irren bekanntlich menschlich, und die Präsidentin der Ius Alumni diesbezüglich keine Ausnahme: Die Veranstaltung war tatsächlich innert Stunden aus- und überbucht! Damit fanden wir uns in Taylor-Swift-ähnlichen Verhältnissen wieder, ihre Konzerte in Zürich waren bereits nach 30 Minuten ausverkauft. Wir waren allerdings von diesem Grosserfolg – wohl im Unterschied zu Taylor Swift – etwas überrascht. Eine Warteliste wurde aufgesetzt und die max. Teilnehmerzahl in Absprache mit Prof. Dr. Thier erhöht. Am Ende konnten wir dennoch nicht alle Interessentinnen und Interessenten berücksichtigen. Es gibt aber eine gute Nachricht: Prof. Dr. Thier hat sich bereit erklärt, im nächsten Jahr erneut eine rechtshistorische Stadtführung anzubieten.
Das war aber bei weitem nicht das einzige Highlight bei den Veranstaltungen der Ius Alumni. Wir blicken auf ein aussergewöhnlich vielfältiges und abwechslungsreiches Programm zurück. Mit genuin juristischen Themen wie der Stellung der Frau im Sozialversicherungsrecht, dem bereits zur Tradition gewordenen Law Firm Day an der Fakultät und einem äusserst spannenden Einblick in das Leben eines Assistenzstaatsanwalts, der zu den weltbesten Klippenspringern zählt, war für alle Mitglieder der Ius Alumni etwas dabei.
Und Sie dürfen sich als Alumnae und Alumni freuen: Es geht so weiter. Im Herbst erwartet uns unter anderem auf eine Führung hinter die Kulissen des Staatsarchivs, ein einzigartiger Insider-Blick auf die USA unter Trump 2.0 und der gemütliche Fondue-Abend. Ich freue mich auf ein Wiedersehen im Herbst, bis dahin wünsche ich Ihnen einen schönen sorgenfreien Sommer.
Prof. Dr. Christine Kaufmann
Ius Alumni neu auf LinkedIn
Die Ius Alumni verfügen seit kurzem über eine LinkedIn-Seite. Auf dieser werden regelmässig Neuigkeiten und Veranstaltungshinweise veröffentlicht. Wir freuen uns, wenn Sie uns auch auf LinkedIn folgen.Zum LinkedIn-Profil
Frauen im Sozialversicherungsrecht
Auf Einladung der Ius Alumni und des UZH Alumni Women's Chapter berichtete die ehemalige Bundesrichterin Brigitte Pfiffner von ihrer spannenden Arbeit am Bundesgericht und führte dies anhand sozialversicherungsrechtlicher Verfahren aus.
Das UZH Alumni Women's Chapter lud – in Kooperation mit Ius Alumni – am 25. März 2026 ein zur Veranstaltung «Frauen im Sozialversicherungsrecht – Wegweisende Urteile des Bundesgerichts aus Sicht einer ehemaligen Bundesrichterin». Besucherinnen – und auch Besucher – verschiedenster Fachrichtungen folgten gebannt den Ausführungen von Brigitte Pfiffner zu ihrer früheren Rolle als Bundesrichterin. Anhand einiger ausgewählter höchstrichterlicher Entscheide ging die ehemalige Bundesrichterin Brigitte Pfiffner unter anderem der spannenden Frage nach, ob das Bundesgericht lediglich die korrekte Anwendung der Gesetze überprüfe oder ob es diese mit seinen Urteilen weiterentwickle und damit die sozialversicherungsrechtlichen Gesetzgebungsprozesse beeinflusse.
Die anschliessenden Fragen unter der Moderation von Simone Chiquet zeigten das grosse Interesse an den mit Blick auf die bevorstehende erneute AHV-Revision aktuellen behandelten Fragestellungen. Durch die diversen fachlichen Hintergründe der Teilnehmenden ergaben sich vielfältige Perspektiven auf das Thema. Ein grosses Dankeschön an alle, die dabei waren und die Veranstaltung durch ihre Beiträge bereichert haben. Ein besonderes Highlight war auch der persönliche Austausch im Anschluss, bei dem die Gespräche in informeller Atmosphäre weitergeführt wurden.
Wir freuen uns bereits auf kommende Veranstaltungen und darauf, Sie bald wieder begrüssen zu dürfen!
An der Mitgliederversammlung standen Neu- und Wiederwahlen auf dem Programm, eine Statutenänderung und – erstmals seit der Gründung der Ius Alumni vor über 20 Jahren – eine moderate Erhöhung der Mitgliederbeiträge.
An der Mitgliederversammlung wurden die Präsidentin und der Vorstand für eine weitere Amtsperiode einstimmig wiedergewählt. Verdankt wurde die Vorstandstätigkeit von Patrizia Pesenti.
Neu in den Vorstand gewählt wurden Prof. Dr. Walter Boente und MLaw Polina Pokrovskaya.
Die Mitgliederversammlung beschloss aufgrund gestiegener Kosten erstmals seit der Gründung der Ius Alumni vor 22 Jahren eine moderate Erhöhung des jährlichen Mitgliederbeitrags von 40 auf 50 Franken und der Lebensmitgliedschaft auf von 800 auf 900 Franken.
Anschliessend an die Mitgliederversammlung durften die Mitglieder einen Einblick in die SNF-Forschungstätigkeit von Prof. Dr. Margot Michel gewinnen. Ihr Referat mit dem Titel «Von Mäusen, Menschen und dem Recht» behandelte nicht nur die Thematik Animal law, sondern verknüpfte dies mit dem Familien-, Kindes- und Erwachsenenschutzrecht sowie dem Medizinrecht. Vertiefende Informationen finden Sie beim Center for Animal Law and Ethics (CALE) der Rechtswissenschaftlichen Fakultät.
Zwischen Klippen und Jura – auf dem Sprung zum Staatsanwalt
Matthias Appenzeller sprach über seinen Weg vom Turm- zum Klippenspringen, mentale Belastbarkeit, seinen Unfall im Jahr 2023 – und darüber, wie er Spitzensport, Studium und seine heutige Tätigkeit als Assistenz-Staatsanwalt verbindet.
M. Appenzeller am Red Bull Cliff Diving, Sisikon. Foto: Ricardo Nascimento / Red Bull Content Pool
Matthias Appenzeller, langjähriger Wassersportler, internationaler Klippenspringer und Assistenz-Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Zürich Sihl, gab im Interview mit David Campi einen umfassenden Einblick in seine sportliche und berufliche Laufbahn.
Appenzeller erläuterte, wie er 2018 vom Turm- zum Klippenspringen wechselte und weshalb es ihn fasziniert, aus bis zu 27 Metern Höhe zu springen und mit rund 85 km/h ins Wasser einzutauchen. Er beschrieb die Herausforderungen einer Sportart, die in der Schweiz nur von wenigen Personen betrieben wird – mit entsprechend begrenzten Trainingsmöglichkeiten und kleiner Szene. Appenzeller erklärte, wie er sein Training strukturiert: Die Sprünge werden in einzelne Sequenzen unterteilt, da tägliche Sprünge aus grosser Höhe nicht möglich sind. Denn es gebe in der Schweiz nur wenige Orte, an denen gesprungen werden könne – und schon gar nicht das ganze Jahr durch.
Ein Schwerpunkt des Interviews lag auf der mentalen Belastbarkeit. Appenzeller sprach über den Umgang mit Druck, über Rituale vor dem Sprung und über die Bedeutung einer realistischen Risikoeinschätzung. Er schilderte den Moment auf der Plattform unmittelbar vor dem Absprung und ging auf die Frage ein, ob Angst im Klippenspringen eine Rolle spielt. Offen berichtete er über seinen Trainingsunfall 2023 in Tirol, die anschliessenden Panikattacken und mentalen Blockaden sowie über den Entscheid, 2024 auf die Weltmeisterschaften zu verzichten. Er ordnete ein, wie die Szene mit psychischer Gesundheit umgeht und wie Athletinnen und Athleten das Spannungsfeld zwischen mentaler Stärke und Verletzlichkeit erleben. Auch das Verhältnis zur Red Bull Cliff Diving World Series und damit zusammenhängende Herausforderungen wurden thematisiert.
Im dritten Teil des Gesprächs ging es um die Verbindung von Sport und Studium bzw. Beruf. Appenzeller erklärte, weshalb er sich für das Jusstudium entschied, wie er Studium und Spitzensport parallel bewältigte und welche Fähigkeiten aus dem Klippenspringen ihm heute im Strafrecht zugutekommen – etwa Präzision, Konzentration und der Umgang mit Drucksituationen. Er sprach über seine Tätigkeit als Assistenz-Staatsanwalt, die hohe Geschäftslast, den Umgang mit belastenden Fällen und die Reaktionen von Menschen, die ihn erstmals in dieser Rolle erleben.
Zum Abschluss blickte Appenzeller auf seine wichtigsten sportlichen Erlebnisse zurück und nannte die Erfolge, auf die er besonders stolz ist. Zudem verriet er, wo man ihn als Nächstes im Wettkampf beobachten kann. Nämlich wird er anlässlich der Schweizermeisterschaften am 20. Juni 2026 im Strandbad Thun seine Form beweisen müssen, wobei es sich dabei auch für die Europameisterschaften im August 2026 zu qualifizieren gilt.
Eine historische Entdeckungsreise durch Zürichs Altstadt mit Prof. Dr. Andreas Thier.
Am Mittwoch, 3. Juni 2026 luden die Ius Alumni zu einer ganz besonderen Stadtführung ein. Die Veranstaltung war innerhalb weniger Stunden ausgebucht, worauf die Teilnehmerzahl erhöht und eine Warteliste geführt werden musste. Bei angenehmem Wetter erkundeten die interessierten Teilnehmenden – professionell ausgestattet mit Tour-Guide-Kopfhörern – an diesem Sommerabend die vertraute Zürcher Altstadt, um sie aus rechtshistorischer Perspektive neu zu entdecken. Prof. Dr. Andreas Thier, Professor für Rechtsgeschichte, Kirchenrecht, Rechtstheorie und Privatrecht an der Universität Zürich, brachte die Teilnehmenden mit interessanten und amüsanten Fakten zum Staunen. Beim anschliessenden Apéro im Karl der Grosse wurden die gewonnen Erkenntnisse und Eindrücke in informeller Atmosphäre rege ausgetauscht sowie neue Kontakte geknüpft und alte gepflegt.
Für alle, die nicht teilnehmen konnten: Es wird 2027 eine neue Gelegenheit geben.
Der Law Firm Day der Ius Alumni stiess erneut auf grosses Interesse, sowohl auf Seiten der Studierenden wie auch der teilnehmenden Kanzleien.
Am 16. April 2026 konnte erfolgreich der vierte Law Firm Day in der Calatrava-Bibliothek durchgeführt werden. Dabei standen rund 20 führende Wirtschaftskanzleien den Studierenden Rede und Antwort. Dies bot den Studierenden die Gelegenheit, neben den bekanntesten Kanzleien auch vermeintlich weniger bekannte Namen kennenzulernen und wertvolle Kontakte für ihr (Kurz-)Praktikum zu knüpfen. Die Ius Alumni konnten sich mit einem Grusswort der Präsidentin ebenfalls gut präsentieren.
Im November-Newsletter haben wir über das Projekt des Umbaus des Ateliers mit 4 zusätzlichen Zimmern informiert. Die Spendenkampagne ist hervorragend angelaufen. Es wurden bereits Spenden in der Höhe von rund CHF 150'000 zugesprochen. Weitere ca. CHF 230'000 sind ebenfalls sichergestellt. Es fehlen somit noch ungefähr CHF 100'000.
Die Baueingabe ist gemacht, die ersten Fragen von Anstössern sind auf dem Tisch, aber in einem positiven Sinne.
Unterstützen Sie das Projekt:
Wir freuen uns, wenn Sie und Ihre Bekannten das Projekt unterstützen, falls dies bis anhin noch nicht erfolgt ist. Machen Sie ein Sponsoring, schenken Sie ausländischen Studierenden in dieser weltpolitisch wirren Zeit Bildung. Bildung an einer der besten Universitäten der Welt.
Alumni-Stiftung der Rechtswissenschaftlichen Fakultät
ZKB Zürcher Kantonalbank
Postfach, 8010 Zürich
IBAN CH14 0070 0110 0054 4642 4
Vermerk: Ius Alumni Haus II
Scannen Sie den IBAN-QR-Code für eine schnelle Online-Spende oder den TWINT-QR-Code für eine Überweisung via TWINT-App:
Folgende «Geschenke» sind möglich:
Schenken Sie eine EINLADUNG ZUR ERÖFFNUNG.
- Jeder Beitrag ab CHF 150.00. Bei der Einzahlung den Namen des Beschenkten / E‑Mail angeben.
- Hier hat es noch viel Platz. Jeder Beitrag ist willkommen.
Schenken Sie einen bleibenden Eintrag auf der ERINNERUNGSTAFEL.
- Jeder Beitrag ab CHF 1’000.00. Bei der Einzahlung den Namen des Beschenkten / E-Mail angeben.
- Hier ist auch noch Platz da, wir haben bereits ca. 40 Einträge auf der Tafel.
Schenken Sie eine BEGLEIT-PATENSCHAFT.
- Das Treppengeländer begleitet die Studierenden auf dem Weg nach «oben». Eine vertikale Stange mit Namenseintragung kostet CHF 3’333.00.
- Es hat noch ca. 15 Stangen, die eine Beschriftung brauchen.
Schenken Sie eine STUFEN-PATENSCHAFT.
- Die Treppenstufen bringen die Studierenden Schritt für Schritt nach «oben». Eine Stufe mit Namenseintragung kostet CHF 10'000.00.
- Es hat noch ca. 8 Stufen, die zur Verfügung stehen.
Den ausführlichen Beschrieb finden Siehier .
Bei Fragen und für weitere Informationen: Hans Schibli, Präsident des Stiftungsrats der Ius Alumni Stiftung (043 810 05 31)
Veranstaltungen Ius Alumni
- Trouvaillen aus dem Staatsarchiv, 22. September 2026
- Fondue-Essen, 11. November 2026
- Dr. Viviane Manz: Trump 2.0 Halbzeit – wo steht Amerika?, 19. November 2026
Weitere Informationen folgen.
Wir trauern
Prof. Dr. Stefan Trechsel, em. Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht und strafrechtliche Hilfswissenschaften, verstarb am 22. Dezember 2025.
Prof. Dr. Peter Nobel, em. Professor für schweizerisches und internationales Handels- und Wirtschaftsrecht, verstarb am 26. Mai 2026.






